Symbolischer Spatenstich in Süderheistedt: BZVD erschließt Außenlieger für rund 60 Millionen Euro

Dithmarschen – Letzter Schritt auf dem langen Weg zur schnellen Datenautobahn: Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Breitband-Zweckverband Dithmarschen (BZVD) am 16. April 2024 in Süderheistedt den Startschuss für die digitale Zukunft in den ländlichen Außengebieten des Kreises Dithmarschen gegeben. Gemeinsam mit Julia Carstens, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Bürgermeisterin Birgit Meier sowie Michael Böddeker, Geschäftsführer der Stadtwerke Neumünster (SWN), griff Verbandsvorsteher Harm Schloe zum Arbeitsgerät, um den Ausbau des Glasfasernetzes in den Außenlagen einzuleiten. Bis zur Fertigstellung Ende des Jahres 2025 investiert der Zweckverband rund 60 Millionen Euro. Land und Bund fördern das Projekt mit 75 Prozent der Baukosten.

„Ohne die Fördermittelzusagen wäre der Breitband-Ausbau in den ländlichen Gebieten wirtschaftlich nicht umsetzbar“, betonte Verbandsvorsteher Harm Schloe. Er dankte allen Beteiligten, die dieses Zukunftsprojekt unterstützt haben. Dadurch sei es möglich, auch die letzten rund 3.000 Haushalte an das schnelle Internet anzuschließen. „Mit Abschluss der Arbeiten in eineinhalb Jahren wird es in Dithmarschen keine ‚weißen Flecken` bei der Glasfaserversorgung mehr geben.“

Den Dank von Harm Schloe griff Staatssekretärin Julia Carstens in ihren Grußworten auf. „Ohne die gemeinsame Initiative aller Gemeinden und Städte des Kreises hätte sich der Zweckverband nicht gründen können.“ Sie lobte das Engagement der Bürgermeister, die sich über die Jahre für das Projekt eingesetzt und um jeden einzelnen Anschluss gerungen haben. „Gerade in den kleineren Gemeinden sind sie teilweise selber von Haus zu Haus gegangen und haben für das Projekt geworben – wohlwissend, dass das schnelle Internet die Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger in ihren Gemeinden bedeutet. Das fördern wir gerne.“ Die Mittel von Bund und Land seien ein wichtiger Baustein gewesen, um alle Menschen zu vernetzen. Julia Carstens weiter: „70 Prozent der Haushalte können Glasfaser buchen. Damit steht Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich weiterhin an der Spitze. Insgesamt liegen bei uns mehr als 20.000 Kilometer Glasfaser – das ist einmal um die halbe Welt!“

Das Wohnhaus auf dem Grundstück der ehemaligen Alten Ziegelei, einsam an einer Pferdekoppel in Süderheistedt gelegen, hat der Breitband-Zweckverband bewusst als Ort für den symbolischen Baustart ausgewählt. Das konnte Bürgermeisterin Birgit Meier berichten. Quasi in letzter Minute hat sich Eigentümerin Kirsten Evers den Glasfaservertrag bei SWN gesichert. „Für den Schritt in die Selbstständigkeit als Notarin ist dieser Anschluss für sie essentiell wichtig“, freute sich die Vorsteherin des Amtes Kirchspielslandgemeinde Eider. „Die Versorgung mit dem schnellen Internet geht längst über die Daseinsvorsorge hinaus, sondern schafft bei uns auch neue Existenzen.“

Dass schnelles Internet im Zeitalter von Homeoffice auch für Landwirte und Existenzgründer wichtig ist, bestätigte Dr. Dirk Sonnenschmidt von der egw:wirtschaftsförderung in Brunsbüttel. „Wir haben während der Ausbauphase für unser Glasfasernetz mehrfach festgestellt, dass neue Geschäftsideen entstanden sind.“ Sei es durch die Schaffung von Online-Shops oder auch die Vermarktung unterschiedlichster Produkte aus dem ‚Businessland Dithmarschen‘ im Internet.

Den Zuschlag für die jetzt an mehreren Orten zeitgleich anlaufenden Tiefbau- und Montagearbeiten hat nach europaweiter Ausschreibung die Infratech Bau GmbH mit Zweigstelle in Bondelum (Kreis Nordfriesland) erhalten. Für die Planungen bis ins kleinste Detail zeichnete das Wasser- und Verkehrs-Kontor GmbH (WVK) in Neumünster verantwortlich. Die Ingenieure um Geschäftsführer Thorsten Koy ermittelten dazu geeignete Trassen für die Leerrohre auf einer Länge von rund 680 Kilometern sowie mögliche Anschlusspunkte für die Glasfaserleitungen und holten notwendige Genehmigungen für das Queren von Bahngleisen, Gewässern und Straßen ein. Den Betrieb des Breitbandnetzes in den Außenlagen übernimmt wie schon in den Kerngebieten die Stadtwerke Neumünster. Michael Böddeker: „Wir freuen uns, in Dithmarschen sehr bald 30.000 Kundinnen und Kunden mit lichtschnellem Internet versorgen zu können. Je nach individuellem Bedarf sind Internetgeschwindigkeiten von 250 Mbit/s bis zu 2,5 Gbit/s problemlos möglich.“

 

Presseinformation und Foto: Jens Neumann, BZVD

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Breitband-Zweckverband Dithmarschen (BZVD)
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