Kilometerweise liegen die Leerrohre bereits im Boden – jetzt beginnt in Dithmarschens Außenlagen die nächste Etappe des Glasfaserausbaus. In wenigen Wochen sollen die ersten Haushalte angeschlossen werden. Bis Ende des zweiten Quartals 2027 sollen alle rund 3.000 Haushalte in den Außenlagen, die einen Anschluss beantragt haben, Zugang zum Glasfasernetz erhalten.
„Wir werden niemanden vergessen“
In vielen Dithmarscher Außenlagen sind die Leerrohre für den Glasfaseranschluss bereits verlegt – der eigentliche Anschluss der Haushalte steht jedoch teilweise noch aus. Das hat bei einzelnen Bürgerinnen und Bürgern für Kritik und Unverständnis gesorgt.
BZVD-Geschäftsführer Dr. Guido Austen zeigt Verständnis für die Beschwerden und macht zugleich deutlich, dass kein Haushalt vergessen werde: „Hier wird niemand abgehängt, wir werden niemanden vergessen.“
Hintergrund ist der mehrstufige Ablauf des Ausbaus. Zunächst werden die Leerrohre in den Aktionsgebieten unter die Erde gebracht. Zeitlich versetzt folgt anschließend der Einzug der Glasfaser beziehungsweise die Portierung der einzelnen Haushalte. Dabei sind verschiedene Gewerke beteiligt, deren Arbeiten ineinandergreifen müssen. Nach Einschätzung Austens sei dieser Ablauf den Kundinnen und Kunden bislang nicht ausreichend erläutert worden.
Erste Haushalte kurz vor dem Anschluss
Nun steht der nächste wichtige Schritt bevor. „Wir sind kurz davor, den ersten Haushalt anzuschließen“, kündigt Austen an.
Auch Dipl.-Ing. (FH) Frank Kerber vom Wasser- und Verkehrs-Kontor in Neumünster, das mit der Planung beauftragt ist, sieht den Ausbau damit vor dem Übergang in die nächste Phase: „Dann fängt das alles an zu Rollen.“
Bis Ende des zweiten Quartals 2027 sollen alle rund 3.000 Haushalte in den Außenlagen, die einen Anschluss beantragt haben, an das Glasfasernetz angeschlossen sein.
Rund 610 Kilometer Leerrohre bereits verlegt
Seit dem Spatenstich in Süderheistedt im April 2024 ist ein großer Teil der Tiefbauarbeiten bereits erfolgt. In den kreisweit 26 Aktionsgebieten wurden bislang rund 610 Kilometer Leerrohre verlegt. Weitere rund 70 Kilometer befinden sich im Bau oder stehen kurz vor der Umsetzung.
Insgesamt umfasst das Vorhaben damit rund 680 Kilometer Leerrohre im ländlichen Raum. Der Breitband-Zweckverband Dithmarschen investiert für den Ausbau der Außenlagen rund 40 Millionen Euro. Bund und Land fördern das Projekt mit 75 Prozent der Baukosten.
Ausbau in den Außenlagen besonders anspruchsvoll
Gerade in dünn besiedelten Gebieten ist der Glasfaserausbau mit erheblichem Aufwand verbunden. Teilweise müssen für den Anschluss eines einzigen Anliegers bis zu 1,5 Kilometer Leerrohr verlegt werden. Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau wäre nach Angaben des BZVD unter diesen Bedingungen nicht möglich gewesen. Mit der öffentlichen Förderung gehen zugleich zahlreiche Vorgaben und Genehmigungsverfahren einher. Für einzelne Bauabschnitte müssen unter anderem Fragen zur Kampfmittelfreiheit, die Querung von Bahntrassen und Flüssen sowie weitere Abstimmungen mit den zuständigen Behörden geklärt werden. Dadurch kam es in einzelnen Fällen zu zeitlichen Verzögerungen.
Ziel: Keine „weißen Flecken“ mehr in Dithmarschen
Insgesamt sieht BZVD-Geschäftsführer Dr. Guido Austen das Projekt auf einem guten Weg. Der Zeitplan für die Verlegung der insgesamt 680 Kilometer Leerrohre im ländlichen Raum sei aus seiner Sicht angemessen.
Mit Abschluss der Arbeiten im kommenden Jahr soll ein wesentliches Ziel erreicht werden: Nach Angaben des BZVD soll es dann in Dithmarschen keine „weißen Flecken“ bei der Glasfaserversorgung mehr geben.
Der Breitband-Zweckverband Dithmarschen wurde 2012 gegründet. Ihm gehören heute alle 114 amtsangehörigen Kommunen sowie die Städte Brunsbüttel und Heide an. Ziel des Verbandes ist der Aufbau eines flächendeckenden und leistungsfähigen Breitbandnetzes im Kreis Dithmarschen. In den Kerngebieten hat der BZVD bereits rund 160 Millionen Euro investiert; hinzu kommen rund 40 Millionen Euro für den Ausbau der Außenlagen.







