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Breitband 2030

Breitbandstrategie Schleswig-Holstein

Der Austausch von Daten nimmt in der heutigen Informationsgesellschaft immer mehr zu. Nahezu alle Bereiche des Arbeitens und Lebens sind von dieser Entwicklung betroffen. Eine flächendeckende, nachhaltige Breitbandinfrastruktur, die diesem Bedarf nach immer mehr Bandbreite Rechnung trägt und die ohne hohe Zusatzinvestitionen entwicklungsfähig ist, stellt einen wesentlichen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität Schleswig-Holsteins dar. Schon heute und noch mehr in der Zukunft brauchen wir nicht nur Straßen, Energienetze und andere (öffentliche) Infrastrukturen, sondern ebenso Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetze. Und im Gegensatz zu Straßen-Autobahnen brauchen wir diese Daten-Autobahnen in allen Regionen des Landes, damit unsere Unternehmen in einer global vernetzten Wirtschaft mithalten können.

Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass Breitbandinvestitionen nicht nur direkte Effekte auf die volkswirtschaftliche Leistung haben, sondern auch indirekte Effekte durch die Förderung von Innovationen, neuen Produkten und Dienstleistungen. Gutachter haben für Schleswig-Holstein ermittelt, dass die heute erkennbaren Breitbandprojekte auf regionaler Ebene in den nächsten Jahren etwa eine Milliarde Euro an Investitionen produzieren werden; darüber hinaus sind weitere Investitionen auf regionaler Ebene sowie Investitionen der großen Netzbetreiber zu erwarten, die jeweils in einer ähnlichen Größenordnung liegen dürften.

Eine leistungsfähige Breitbandversorgung hat nicht nur eine globale wirtschaftliche Dimension, sondern auch eine strukturpolitische Komponente: Zeitgemäße Breitbandinfrastrukturen können standortbedingte Nachteile ländlicher Regionen zum Teil ausgleichen. Breitbandinvestitionen flankieren somit die Aktivitäten zur Ansiedlung neuer Betriebe und zur Sicherung von vorhandenen Arbeitsplätzen. Davon dürften vor allem kleine und mittlere Betriebe (insbesondere auch aus den Sektoren Tourismus, Landwirtschaft und Freie Berufe) profitieren; denkbar ist es aber auch, dass Ansiedlungen und Erweiterungen bzw. Arbeitsplatzsicherungen größerer Betriebe durch Hochgeschwindigkeitsnetze flankiert werden.

Unter strukturpolitischen Aspekten muss auch das Thema Fachkräftesicherung gesehen werde. Gerade bei jungen, technikaffinen Menschen besteht die Gefahr, dass sie aus ländlichen Regionen abwandern, wenn an ihrem Ort keine ausreichende Breitbandversorgung gegeben ist.

Auch die öffentliche Verwaltung benötigt für Ihre internen Kommunikationswege wie für die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern sowie der Wirtschaft zunehmend leistungsfähige Breitbandverbindungen. Dadurch kann auch eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Verwaltung auf allen Ebenen sichergestellt werden.
 
Die Breitbandversorgung ist nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten zu betrachten, sondern hat auch eine gesellschaftspolitische Komponente: Eine Teilhabe am digitalen Leben ist heutzutage ohne hinlänglich ausgestattete Breitbandanschlüsse immer weniger denkbar.

Bildungschancen werden auch vom Zugang zum Internet geprägt (schulische Anforderungen, E-Learning für Fort- und Weiterbildung), die Anwendungen auch im privaten Bereich erfordern immer höhere Bandbreiten (Cloud Computing; Übertragungen von Fernsehen und Videos via Internet – inklusive HDTV und 3-D-Fernsehen –; soziale Netzwerke im Internet; Gaming), die öffentliche Hand verlagert ihre Kommunikation mit dem Bürger immer mehr ins Internet (Stichwort E-Government), die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit medizinischen Dienstleistungen wird zunehmend elektronisch unterstützt ablaufen (Telemedizin). Damit die Menschen in den „weißen Breitbandflecken“ nicht von dieser Entwicklung abgekoppelt werden („digitale Spaltung“), muss auch unter diesen Gesichtspunkten eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetzen sichergestellt sein.

 

Die komplette Strategie können Sie hier herunterladen: Neue Breitbandstrategie für Schleswig-Holstein ("Breitband 2030")